Unsere Pfarrhaus-Störche: Glück im Unglück

Es ist immer ein aufregender Tag: Das Beringen der Jungstörche auf dem Nest des Velpker Pfarrhauses. Trotz intensiven Beobachtens weiß man bis dahin nicht genau, wie viele Nachwuchs es wirklich im Nest gibt und ob es ihm gut geht. Zumal in diesem Jahr viel Bewegung im Nest war (viele Angriffe anderer Störche, ein zerstörtes Gelege und ein von den Eltern rausgeworfener Jungstorch).
Am Morgen des 28. Juni fanden sich Storchenbeuftragter Georg Fiedler, Storchenbetreuer Manfred Spey und die Mitarbeiter der LSW auf dem Parkplatz ein. Die Ringe, die die Störche an das Fußgelenk bekommen, lagen parat und so ging es mit dem Hubwagen der LSW nach oben. Während die Altstörche das Geschehen vom Nachbardach aus beobachten, ist die Beringung eigentlich schnell erledigt.
Aber in diesem Fall hatte Georg Fiedler keine guten Nachrichten: Der einzige Jungstorch hatte einen verdrehten Flügel (sogn. Kipp-Drehflügel) und wäre so in der freien Natur nicht lebensfähig. Bei seinem ersten Flugversuch würde er einfach abstürzen, weil die Schwingen ihn nicht tragen.

So wurde er – schweren Herzens – vom Nest genommen und musste ins Artenschutzzentrum nach Leiferde gebracht werden. Das übernahm dankenswerterweise Propsteijugenddiakonin Simone Rieger, die eigentlich wegen eines dienstlichen Termins vor Ort war. Aber das Wohl des Vogels hatte Vorrang!
Die gute Nachricht: Unser Jungstorch wurde sofort verarztet und es geht ihm gut. Ob er mit den anderen Störchen im Spätsommer in den Süden ziehen kann, ist eher ungewiss. Aber wenn das nicht klappt, kann er im Artenschutzzentrum Leiferde oder in einem Zoo, der die Patenschaft übernimmt, ein gutes Storchenleben führen.
Vielen Dank allen, die sich so fürsorglich um unser Storchenbaby gekümmert haben.